Betreuer*Innen

Prof. Christine Albert
Prof. Sybille Schenker
Prof. Olaf Thiele

Module

Raum- und Eventdesign
Illustration

Gestaltungs­konzept für Aktivierung im öffent­lichen Raum

Jonna

„Gestaltungskonzept für Aktivierung im öffentlichen Raum“ ist ein Raumkonzept für einen interaktiven Park, das untersucht, wie körperliches, kognitives und emotionales Training im öffentlichen Raum miteinander verbunden werden können.

Ausgangspunkt des Projekts ist die Faszination für Systeme wie Schach oder Calisthenics, die auf wenigen, grundlegenden Prinzipien beruhen. Sie zeigen, wie einfache Regeln einen Rahmen für nahezu unendliche Möglichkeiten schaffen können. Wer ihre Grundlagen beherrscht, erweitert seinen Handlungsspielraum und gewinnt neue Möglichkeiten für Selbstständigkeit, Kreativität und Teilhabe.

Neben klassischen Elementen eines Calisthenics-Parks integriert die Anlage unter anderem Stationen für Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Problemlösung, Kreativität, Emotionsregulation und Empathie. Ziel ist es, diese Fähigkeiten nicht als Leistungsprogramm zu vermitteln, sondern als offene Angebote zur spielerischen Erkundung.

Damit schlägt das Projekt eine Alternative zu vielen von Selbstoptimierung geprägten Trainingsumgebungen vor. Der Park soll nicht zum effizienten Abarbeiten von Übungen auffordern, sondern zum Entdecken, Ausprobieren und Aneignen. Analoge Interaktionen und kleine partizipative Elemente ermöglichen darüber hinaus eine indirekte Kommunikation zwischen Besucher*innen und machen individuelle Erfahrungen im Raum sichtbar.

Gestalterisch wird dieser Ansatz durch eine skulpturale Grundstruktur übersetzt, die den Rahmen für die unterschiedlichen Aktivitäten bildet. Die Formensprache basiert auf der Abstraktion gymnastischer Körperhaltungen, die zu einem System von Grundbausteinen weiterentwickelt wurden. Drei ausgewählte Posen wurden in räumliche Skulpturen übersetzt und aus den Bausteinen entstand eine zusammenhängende Landschaft, in die die verschiedenen Stationen integriert wurden. Für die kognitiven und emotionalen Fähigkeiten wurden passende Interaktionen erarbeitet.

Die entwickelte Formensprache wurde darüber hinaus auf die Bodengestaltung und die einzelnen Interaktionen übertragen, sodass ein konsistentes räumliches System entsteht. Die verschiedenen Funktionen sind dadurch nicht als isolierte Stationen organisiert, sondern als Teile einer gemeinsamen Erfahrungslandschaft.

Das Projekt versteht den öffentlichen Raum als Ort der Aktivierung, Begegnung und Selbstermächtigung. Es untersucht, wie Gestaltung dazu beitragen kann, hilfreiche Werkzeuge des körperlichen, kognitiven und emotionalen Trainings niedrigschwellig zugänglich zu machen, und dabei eine Atmosphäre zu schaffen, die von Neugier, Spiel und Entdeckung geprägt ist.

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