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Module

Film und Animation

Jester’s Poem

Valeriia Tokariuk

„Jester’s Poem“ ist ein märchenhafter Musical-Kurzfilm über einen Hofnarren, der hoffnungslos in eine Prinzessin verliebt ist. Als er versucht neues komödiantisches Material zu entwickeln, wird aber von seinen Gefühlen überwältigt und schreibt statt des Witzes ein Liebesgedicht, das niemals für die Augen anderer bestimmt war. Verloren in Fantasien von Nähe und gleichzeitig geplagt von Selbstzweifeln, überzeugt er sich zunehmend davon, dass seine Liebe unerreichbar ist.

Die Geschichte beginnt als romantisches Märchen, entwickelt sich jedoch schnell zu einer Auseinandersetzung mit einem universellen menschlichen Gefühl: dem Glauben, nicht gut genug zu sein. Der Hofnarr steht stellvertretend für Menschen, die sich nach etwas sehnen, das ihnen unmöglich erscheint, und die ihre Wünsche bereits aufgeben, bevor sie überhaupt versuchen, ihnen näherzukommen. Seine größte Herausforderung besteht nicht darin, die Prinzessin zu erreichen, sondern darin, die Vorstellung zu überwinden, ihrer nicht würdig zu sein.

Im Zentrum des Films steht deshalb die Frage, wie weit unsere Träume tatsächlich von uns entfernt sind. Oft entstehen die größten Hindernisse nicht durch die Realität, sondern durch die Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Angst vor Zurückweisung, Unsicherheit und ein geringes Selbstwertgefühl können dazu führen, dass Menschen ihre eigenen Wünsche als unerreichbar betrachten, obwohl diese vielleicht näher liegen, als sie glauben.

Um diese innere Welt erfahrbar zu machen, wird die Geschichte als Musical erzählt. Musik besitzt die besondere Fähigkeit, emotionale Zustände unmittelbar spürbar zu machen und eine Verbindung zum Publikum herzustellen, die über reine Dialoge hinausgeht. Das Hauptstück – das Gedicht des Hofnarren fungiert dabei als ein Monolog und macht Sehnsucht, Hoffnung, Unsicherheit und Verletzlichkeit sichtbar. Es erlaubt einen direkten Einblick in die Gedankenwelt des Narren und verleiht seinen Emotionen eine Ausdruckskraft, die allein durch Worte nur schwer erreichbar wäre. „Jester’s Poem“ erzählt letztlich von dem Mut, sich den eigenen Wünschen zu stellen.

Der Film vertritt die Idee, dass viele der Dinge, nach denen Menschen sich sehnen, näher sein können, als sie glauben. Oft steht zwischen einem Menschen und seinem Traum nicht die Welt selbst, sondern die Angst, sich diesen Traum überhaupt zu erlauben. Denn bevor wir nach etwas greifen können, müssen wir zunächst akzeptieren, dass wir es wert sind, davon zu träumen.

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