Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie man Quantencomputing visuell vermitteln kann. Also: Wie kann man etwas zeigen, das sich eigentlich kaum vorstellen lässt?
Der Ausgangspunkt war ein Science Communication Workshop, an dem ich teilgenommen habe. Dort ging es darum, gemeinsam Wege zu finden, abstrakte Konzepte aus der Quantenphysik in Bilder zu übersetzen. Die dabei entstandenen Ansätze und Experimente bilden die Grundlage für diese Arbeit.
Statt den Quantencomputer technisch zu erklären, zerlege ich ihn in einzelne Ebenen und setze ihn als begehbare Bildwelt neu zusammen. Dabei arbeite ich vor allem mit Collage und dem Risograf. Durch das Kombinieren, Überlagern und Verschieben von Bildelementen entstehen visuelle Systeme, die eher erfahrbar als eindeutig erklärend sind.
Zentrale Prinzipien wie Qubits, Superposition, Verschränkung oder Interferenz werden nicht direkt dargestellt, sondern über visuelle Metaphern angenähert. Räume, Strukturen und fragmentierte Elemente helfen dabei, komplexe Zusammenhänge greifbarer zu machen. Auch technische Aspekte wie Kühlung oder Messung tauchen als eigene Bildebenen auf.
Die Arbeit bewegt sich im Bereich der Wissenschaftskommunikation, versteht Illustration aber nicht nur als Mittel zur Vereinfachung. Stattdessen geht es darum, eigene Zugänge zu entwickeln und ein Gefühl für die Prozesse zu vermitteln, ohne sie vollständig auflösen zu müssen.
Die Ästhetik der Risografie spielt dabei eine wichtige Rolle: Farbüberlagerungen, Raster und kleine Verschiebungen erzeugen Bilder, die zwischen Ordnung und Zufall liegen – und damit etwas von der Logik der Quantenwelt aufnehmen.
So entsteht kein klassisches Erklärbild, sondern ein visuelles System, das zum Erkunden einlädt und neue Perspektiven auf ein schwer zugängliches Thema eröffnet.