„SINNEN – In Teilen ein Ganzes“ ist ein modulares Explorationsspiel, dessen Ziel es ist, jungen Menschen ab der Sekundarstufe einen neuen und unerwarteten Zugang zu klassischer Musik zu ermöglichen.
Wie hört sich eine Kurve an? Welche Form hat ein Rhythmus? Und warum beschreiben wir Musik so oft mit räumlichen Begriffen, obwohl sie weder Höhe noch Breite besitzt?
Ausgehend von diesen und vielen weiteren Fragen habe ich neue Zugänge zur klassischen Musik gesucht. Dabei steht eine Beobachtung im Mittelpunkt: Immer mehr Menschen, aber vor allem Jugendliche haben kaum Berührungspunkte zur Klassik. Dabei liegt die Vermutung nahe, dass nicht fehlendes Interesse das Problem ist, sondern die fehlenden Zugänge. Häufig wird weder zu Hause noch in den Schulen ernsthaft über klassische Musik gesprochen, sie vermittelt oder aktiv erlebt.
Entstanden ist so ein Workshopkonzept, das klassische Musik nicht erklären will, sondern erfahrbar machen möchte. Während die Kinder zuhören, entstehen intuitiv aus Formstäben, Knotenpunkten, Rhythmuselementen und farbigem Licht, räumliche mystische Konstruktionen, die auf ihren individuellen Wahrnehmungen und Empfindungen basieren. Dabei steht klar, es gibt keine richtige Lösung und keine vorgegebene Interpretation. Das System schafft einen Rahmen, in dem die Teilnehmer die Musik aktiv erkunden, gestalten und miteinander ins Gespräch bringen können.
Begleitet wird das Projekt in Form einer Dokumentation in Buchform, die den Entwicklungsprozess, gestalterische Experimente und theoretische Überlegungen festhält. Das entwickelte System bildet zugleich die Grundlage für ein Workshopformat, das perspektivisch an Schulen und kulturellen Bildungseinrichtungen eingesetzt werden soll.
Vielleicht liegt ein universeller Zugang zu Musik eben weniger im Verstehen, sondern im Entdecken.