"Pilz vs. Plastik" ist ein Animationsfilm der die Dynamik zwischen dem Schimmelpilz "Penicilium Breviocompactum" und Mikroplastik visualisiert.
Das die Umwelt unter Menschengemachten Problemem leidet ist ein Fakt.
Allein 2020 sind, laut Schätzungen, ca. 2,8 Millionen Tonnen Mikroplastik in die Umwelt gelangt. Diese Zahl soll sich bis 2040 verdoppeln. Einen effizienten Lösungsansatz für dieses Problem gibt es, Stand 2026, nicht. Meine Arbeit beschäftigt sich mit dem Potenzial von Pilzarten, welche den extrem beständigen Kunststoff abbauen können. Dabei liegt der Fokus nicht auf der fertigen Lösung zu dem Problem, sondern um die Aufzeigung von möglichen Lösungen. Pinselschimmel, welcher auf Pflanzen und anderen Biomassen findet, ist vergleichsweise effizient im Abbau von Polyurethan (z.B. Schaumstoff in Matratzen). Der Film führt das Publikum an das Mikroplastik-Problem heran und zeigt, wie der Pilz das Plastik zersetzen kann. Der Fungus benötigt Kohlenstoff zum Wachsen und nutzt verschiedene Enzyme um an diesen in den Polymerketten enthaltenen Stoff zu kommen. Insbesondere sind hierfür Cutinase und Laccase verantwortlich. Da mein akademischer Hintergrund keine Biologie beinhaltet, suchte ich mir also Hilfe aus genau jenem Feld.
In Kooperation mit Forscherin Sabreen Dawoud vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) entstand das Konzept für den Film. Sie half mir den Prozess der "Verdauung" von Mikroplastik durch den Pilz zu verstehen und auf ein für eine Bachelorarbeit angemessenen Umfang herunterzubrechen. Da ich mich bewusst gegen eine abstrakte Darstellung der darzustellenden Enzyme entschieden habe, entand mit Dr. Jeroen Claus, einem Biologen und 3D-Artist, das Grundgerüst für meine Darstellung. Diese wurde anhand von sog. PDB-Dateien erstellt und mittels der 3D-Software Houdini aufgearbeitet. Houdini wurde darüber hinaus dafür genutzt, um Physik-Simulationen und Animationen zu erstellen. Der Rest des Filmes wurde in der 3D-Software Blender erstellt. Editing erfolgte in Adobe Premiere Pro.
Da der Film in großen Teilen illustratorischen Charakter hat und Prozesse abstrahiert zeigt, braucht er eine Erzählstimme, die das Publikum durch den Prozess führt. Das Voiceover entstand durch den Sprecher Arvid Schalle.
Der Film bietet einen Ansatz zur beantwortung meiner Forschungsfrage "Wie kann 3D-Software dabei helfen, mikrobiologische Prozesse zu veranschaulichen und begreifbar zu machen?", indem mittels Houdini und Blender diese Pänomene visualisiert werden.