

„No goods, no masters“ ist ein Grafikbuch gepaart mit einem spekulativen CGO‐Objekt. Auf verschiedenen Ebenen wird der Übergang von Eigentum zu Zugang in der heutigen, von Abomodellen geprägten, Gesellschaft untersucht. Die gesamte Arbeit folgt stets dem Ziel, den Verlust von Besitz für den Betrachter erlebbar zu machen.
Der Titel "no goods, no masters" ist eine direkte Anspielung an den anarchistischen Leitspruch "no gods, no masters". Während der ursprüngliche Slogan jegliche äußere Autorität zurückweist, weist der vorliegende auf eine neue, subtilere Herrschaft hin. Durch den Austausch von "gods" wird die Kritik in die Gegenwart übertragen. Der Titel verkörpert den zentralen Konflikt der Arbeit: den Übergang von Besitz zu Abhängigkeit.
Bei dem CGO‐Objekt handelt es sich um eine Art undurchsichtige Vitrine, die mittels einer Zugangskarte oder eines Smartphones transparent geschaltet werden kann und zusammen mit Grifflöchern das Lesen des darin befindlichen Buches erlaubt. Ein Timer schaltet das Objekt nach einer bestimmten Zeit wieder opak. Das Objekt beschränkt das Buch haptisch und visuell im höchsten Maße.
Bei dem Buch handelt es sich um ein Grafikbuch mit selbigem Titel. Im ersten Teil widmet es sich der semantischen Untersuchung von Eigentum und Besitz. Hier werden verschiedene Definitionen, Erklärungen und Ideen kommentarlos gegenübergestellt. Die Intention dieser Überladung ist es, zu einem Verlust der eigenen Definition zu führen, während das Buch weiterhin temporären Zugang bietet.
Der zweite Teil ist realen Produkten und Abonnements gewidmet. Um den Übergang von Eigentum zu Zugang zu illustrieren, wird hier der „ist“ Zustand mit älteren Produkten oder mit früheren Versprechungen oder Zuständen von Firmen verglichen. Der Leser kann hier seine eigenen Schlüsse über unsere heutige Epoche aus den vorliegenden Informationen ziehen.
Im letzten Teil hebt sich das Buch auf die Metaebene und erläutert kurz das CGO‐Objekt. Dies stellt den spekulativen Ausblick dar.
Im Zusammenspiel handelt es sich hier um ein verschränktes Konzept; das Objekt auf der spekulativen Ebene sowie das Buch auf der realen. Sie wirken jeweils auf das andere und erzeugen beim Gegenüber eine neue Perspektive. Zusammen erschließen sie harmonisch das Thema.



