Betreuer*Innen

Prof. Lucia Scharbatke
Prof. Walter Mehl

Module

Film & Animation
Cast

MATRIX

Jan Oldach

„MATRIX" ist ein Musikvideo zu dem gleichnamigen Song des Künstlers Gazz, das subjektive mentale Zustände wie Schlafparalyse, Angstzustände und inneren Konflikt visuell erfahrbar macht — nicht durch Erklärung, sondern durch unmittelbares Erleben.

Der Künstler Gazz verarbeitet in seinem Song keine fiktiven Zustände, sondern eigene gelebte Erfahrungen. Schlafparalyse, nächtliche Panikattacken, das Gefühl in der eigenen Realität gefangen zu sein — das sind keine Metaphern, sondern Beschreibungen seiner Wirklichkeit. Dieses Musikvideo gibt diesen Erfahrungen ein Bild.

Visueller Ausgangspunkt ist ein kahles, verwahrlostes Zimmer. Eine Matratze auf dem Boden, leere Flaschen, Zigarettenschachteln, Fastfood-Verpackungen. Gazz liegt dort, gefesselt durch Ketten, die seine Bewegungsfreiheit symbolisch und buchstäblich einschränken. Er ist in weißer Kleidung — und im Verlauf des Videos beginnt schwarze Farbe, die weiße Oberfläche zu übernehmen. Die Dunkelheit setzt sich durch, langsam, unkontrollierbar, sichtbar.

Das Musikvideo folgt einer klaren dramaturgischen Entwicklung: von totaler Gefangenschaft über den inneren Kampf bis hin zur Befreiung. Parallel zur narrativen Handlung erscheint eine zweite, puristische Ebene — Gazz allein in einem schwarzen, nicht definierbaren Raum, unter einem einzigen Lichtkegel, in einem langsamen kontinuierlichen Zoom von den Lippen bis zum ganzen Körper, komplett nackt, komplett verletzlich. Diese Ebene steht außerhalb jeder Handlung. Sie ist die ehrlichste Version des Künstlers: ohne Maske, ohne Schutz, nur er und seine Worte.

Die Bildsprache arbeitet mit hartem Kontrast, atmosphärischem Haze, Slow-Motion und fragmentierten Schnitten. Das Licht ist sparsam und präzise gesetzt — Low-Key, Gegenlicht, Flicker. Das Farbkonzept bewegt sich zwischen Schwarz, Weiß und kaltem Blau, mit roten Akzenten in Momenten innerer Intensität.

„MATRIX" versteht sich nicht nur als Begleitung eines Songs, sondern als eigenständiges audiovisuelles Kunstwerk — ein Versuch, das Unsichtbare sichtbar zu machen und dem Zuschauer einen Raum zu geben, in dem er nicht beobachtet, sondern mitfühlt.

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