„False Memories“ ist ein Edutainment-Erklärvideo für digitale Plattformen wie YouTube, das komplexe neurowissenschaftliche Inhalte verständlich und visuell ansprechend vermittelt. Im Mittelpunkt des Bachelorprojekts steht die Entwicklung eines prototypischen Videoformats zum Phänomen der sogenannten False Memories – Erinnerungen an Ereignisse oder Details, die nie stattgefunden haben oder stark von der Realität abweichen, sich für Betroffene jedoch vollkommen echt anfühlen.
Ausgangspunkt des Projekts war die persönliche Erfahrung einer vermeintlich sicheren Kindheitserinnerung, die sich später als falsch herausstellte. Diese Erkenntnis führte zu der Frage, wie verlässlich menschliche Erinnerungen tatsächlich sind und welche Mechanismen dazu führen, dass das Gedächtnis Erinnerungen verfälschen oder neu konstruieren kann. Auf Basis einer umfassenden Recherche zu Gedächtnisforschung und digitalen Wissensformaten untersucht die Arbeit zwei zentrale Fragestellungen: Wie lassen sich komplexe neurowissenschaftliche Inhalte für fachfremde Zielgruppen verständlich aufbereiten? Und wie weit dürfen wissenschaftliche Inhalte vereinfacht werden, ohne ihre fachliche Präzision zu verlieren?
Das Projekt bewegt sich bewusst im Spannungsfeld zwischen unterhaltsamer Wissensvermittlung und wissenschaftlicher Genauigkeit. Das Video ist dabei nicht als Einzelproduktion gedacht, sondern als Prototyp für ein langfristig angelegtes Format, das neurowissenschaftliche Themen verständlich, zugänglich und ästhetisch vermittelt. Eine klare dramaturgische Struktur sowie die bewusste Reduktion fachlicher Komplexität sollen dazu beitragen, zentrale Inhalte schnell erfassbar zu machen, ohne wissenschaftliche Zusammenhänge zu verfälschen.
Inhaltlich erklärt das Video die Mechanismen hinter False Memories. Dabei wird deutlich, dass Erinnerungen keine exakten Abbilder der Vergangenheit sind, sondern bei jedem Abruf rekonstruiert werden. Diese Erkenntnis gewinnt besonders in einer Zeit an Bedeutung, in der digitale Medien, künstliche Intelligenz und manipulierte Bild- und Videoinhalte zunehmend Einfluss auf unsere Wahrnehmung der Realität nehmen. Ziel ist es, wissenschaftliche Inhalte nicht nur verständlich zu vermitteln, sondern auch Neugier zu wecken und einen Beitrag zu zeitgemäßer Wissenschaftskommunikation im digitalen Raum zu leisten.