„Zwischen Bühne und Stadtraum“ ist eine fotografisch-illustrative Motion-Poster-Kampagne zur Oper Nabucco. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Bewegung im digitalen öffentlichen Raum als eigenständiges Gestaltungsmittel eingesetzt werden kann, um das Plakatmedium weiterzuentwickeln.
Ausgangspunkt ist eine fiktive Kampagne für digitale Screens im Stadtraum. Sie bezieht sich auf die Nürnberger Inszenierung von Giuseppe Verdis Oper Nabucco in der Regie von Immo Karaman am Staatstheater Nürnberg.
Im Mittelpunkt der Poster steht nicht die lineare Nacherzählung der Handlung, sondern die Übersetzung zentraler Figurenzustände und der visuellen Bühnenwelt in eine atmosphärische Bildsprache. Damit greift die Arbeit Elemente wie Lichtstimmung, Kostüm, Make-up, Körperhaltung und die reduzierte Schwarz-Weiß-Ästhetik der Inszenierung auf und überführt sie in ein eigenständiges Plakatsystem.
Die Motive konzentrieren sich auf ausgewählte Figuren der Oper und zeigen emotionale Spannungsfelder wie Macht, Zerfall, Gefangenschaft, Sehnsucht und Wahnsinn. Diese Zustände werden vor allem durch fotografisch inszenierte Figuren sowie grafische und illustrative Ebenen sichtbar. Die illustrativen Elemente beziehen sich auf Formen, Schatten und Stimmungen der Bühnenwelt und erweitern die fotografischen Aufnahmen um eine eigene visuelle Ebene. Die Typografie macht den Absender erkennbar und bindet die Motive an das Erscheinungsbild des Staatstheaters Nürnberg an.
Für die fotografische Umsetzung wurden keine Bühnenbilder nachgebaut, sondern einzelne Figuren im Studio inszeniert. Im Fokus standen Ausdruck, Körperhaltung, Lichtwirkung und die emotionale Präsenz der Figur. Die Studioaufnahmen bilden das Ausgangsmaterial, das durch illustrative Ebenen und Animation erweitert wird. Bewegung entsteht vor allem durch Ebenenverschiebungen, Lichtveränderungen, Fokuswechsel und die Auflösung einzelner Bildelemente.
Das Projekt ist keine offizielle Kooperation mit dem Staatstheater Nürnberg. Das Staatstheater wurde jedoch über die Bachelorarbeit informiert und hat Logo sowie ausgewählte typografische Elemente aus dem Corporate Design für die Verwendung im Rahmen der Arbeit bereitgestellt. Dafür gilt ein besonderer Dank dem Staatstheater Nürnberg.
Zwischen Bühne und Stadtraum zeigt, wie digitale Plakatflächen die Atmosphäre einer Inszenierung aufnehmen können. Die Kampagne soll nicht nur auf eine Oper hinweisen, sondern ihre Stimmung, Dramatik und Bühnenwelt in den Stadtraum tragen.